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HAMILTON DE HOLANDA

Biography


Deutsch SAMBA DE CHICO

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SAMBA DE CHICO 

Hamilton de Holanda ist womöglich der wichtigste Instrumentalist, den Brasilien in den letzten Jahrzehnten hervorgebracht hat. Er könnte eine ähnliche weltweite Bedeutung gewinnen wie Baden Powell in den 1960-ern oder Hermeto Pascoal in den 1970-ern. Wie die Genannten ist auch Hamilton nicht nur ein brillanter Techniker, sondern auch tief in brasilianischen Musiktraditionen verwurzelt. Das ist in seinem Fall allerdings auch kaum anders möglich, denn sein Instrument ist das Bandolim – die brasilianische Mandoline – und das hat seine Heimat im Samba und im Choro, Genres, deren Entwicklungsgeschichte über 100 Jahre zurückreicht und die zwei der Eckpfeiler der Musica Popular Brasileira (MPB) darstellen.

Ein weiterer Eckpfeiler der MPB, wenn auch jüngeren Datums, ist mittlerweile der Sänger, Komponist und Dichter Chico Buarque. Obwohl er zu den Songschreibern gehört, die ihre Karriere in der Post-Bossa-Phase der mittleren 1960-er Jahre begannen, flirtete er nie wie etwa seine Zeitgenossen Gilberto Gil und Caetano Veloso mit Rock und Psychedelia. Statt dessen reichte ihm der Reichtum der ur-brasilianischen Musikformen und Samba und Choro spielen in seinem Werk eine bedeutende Rolle. Hamilton de Holandas 29. Album „Samba de Chico“ ist ein Tribut an Chico Buarque und seine Musik.

Die ausgewählten Songs stammen fast ausschließlich aus Chicos Anfangszeit – der jüngste, „Piano na Mangueira“, die mit Antonio Carlos Jobim geschriebene Hommage an Rios berühmteste Sambaschule, ist immerhin auch schon 23 Jahre alt. Titel wie „A Rita“, „Quem te viu, quem te vê“ oder „Roda viva“ aus den 1960-er Jahren sind mittlerweile in die brasilianische DNA übergegangen: Es gibt im Land kaum jemand, der sie nicht mitsingen könnte. „Construção“, „Deus lhe pague“ oder „Morena de Angola“ zeigen den zornigen Chico der 1970-er Jahre, der sich in einem ständigen Kleinkrieg mit den Zensoren der Militärdiktatur befand und zu Beginn des Jahrzehnts auch mal für ein gutes Jahr ins Exil nach Italien gehen musste.

Hamilton de Holanda interpretiert diese Lieder, die in seinem Land allesamt Klassiker sind, gleichermaßen virtuos wie verspielt, so respektvoll wie unkonventionell. Sein zehnsaitiges Bandolim lässt er gleichzeitig als Melodiestimme und Begleitung ertönen, sein perkussiver Anschlag harmoniert atemberaubend mit der sparsamen Begleitung durch die Percussion von Thiago da Serrinha und das Bassspiel von (abwechselnd) André Vasconcellos und Guto Wirtti, mit denen er schon seit Jahren zusammen arbeitet. Auch mit dem italienischen Pianisten Stefano Bollani, der auf zwei Titeln gastiert, verbindet ihn eine schon ältere Partnerschaft: 2013 veröffentlichten sie das gemeinsame Album „O que será“, dessen Titelsong bereits aus der Feder Chico Buarques stammte. Die Titel „O meu amor“ und „Atras da porta“ werden von der mehrfach preisgekrönten spanischen Sängerin Silvia Pérez Cruz interpretiert. Und Chico Buarque selbst gibt dem Projekt den Ritterschlag und singt mit „A volta do malandro“ und „Vai trabalhar vagabundo“ zwei seiner eigenen Lieder, die er schon seit Jahrzehnten nicht mehr gesungen hat.

Hamilton de Holanda, Jahrgang 1976, wuchs in der Landeshauptstadt Brasilia in einer Familie von Musikern auf. Als Fünfjähriger erhielt er von seinem Großvater ein Bandolim als Weihnachtsgeschenk: „Damit ging’s los und seitdem hab ich dieses Instrument nicht mehr losgelassen“, sagt er. 1997 veröffentlichte er seine erste CD (zusammen mit seinem Bruder, dem Gitarristen Fernando César, als Dois de Ouro) und wurde schnell zu einem hoch gehandelten Namen in der brasilianischen Szene. Er spielte u.a. auf Alben von Djavan, Maria Bethânia und Seu Jorge. Schnell breitete sich sein Ruf auch international aus und er wurde unter anderem von Cesaria Evora, Richard Galliano und Mayra Andrade ins Studio eingeladen. Auf seinen eigenen, in rascher Folge veröffentlichten Alben Alben haben Weltstars wie Wynton Marsalis, Chucho Valdes oder Omar Sosa Gastauftritte. Als Wayne Shorter kürzlich gefragt wurde, mit welchem Musiker er gerne zusammen arbeiten würde, nannte er Hamilton. Und die deutsche Jazz-Legende Rolf Kühn, mit dem er zusammen soeben Aufnahmen für dessen nächstes, im Herbst erscheinendes Album gemacht hat, befand anerkennend: „Hamilton ist einer der interessantesten und besten Instrumentalisten, mit denen ich jemals im Laufe meiner Karriere gespielt habe.“

Karl Lippegaus bezeichnete Hamilton de Holanda in seiner Kritik des Albums „Pelo Brasil“ für „Fono Forum“ als einen „der größten Saitenkünstler unserer Zeit“ und schlicht als „genial“. „Samba de Chico“ liefert einen weiteren aussagekräftigen Beleg, dass diese Zuschreibungen womöglich korrekt sind.